Arbeitseinsatz am Flugfeld
Am Flughafen Zürich, wo jeden Tag viele der Reisenden in den Urlaub starten, steht für MARTY Arbeit an: die Erweiterung und Erneuerung des Retentionsfilterbeckens sowie der Neubau eines Verregnungsfeldes mit allen dafür nötigen Leitungen und Schächten. Wichtige Bauabschnitte, um das aus Flugzeugenteisungen anfallende Abwasser vor Ort auch weiterhin fach- und umweltgerecht entsorgen zu können.
Ein warmer Sommermorgen, windstill und sonnig. Noch deutet nichts darauf hin, dass hier in ein paar Monaten wieder Tag für Tag unzählige Flugzeuge von Eis und Schnee befreit werden müssen, ehe sie abheben dürfen. Für die dafür notwendigen Ausbauarbeiten direkt auf dem Vorfeld ist MARTY beauftragt worden. Start des Bauprojekts war im Mai 2026.
Jeder Arbeitstag beginnt seither für Polier Armin Fehlmann und seine Mannschaft allerdings ganz anders als auf sonstigen Baustellen. Um Zutritt zum luftseitigen Flughafenareal zu erhalten, müssen nämlich alle Personen inklusive Fahrzeuge eine Sicherheitskontrolle passieren. Zudem gelten auf dem Vorfeld nebst der Strassenverkehrsordnung weitere Regelungen im Zusammenhang mit dem Flugbetrieb. Zum Beispiel: Das Flugzeug hat immer Vortritt, danach kommen Blaulichtorganisationen und erst dann der restliche Bodenverkehr. «Ich musste manchmal schon länger geduldig warten, bis ich weiterfahren konnte», erzählt Armin. Nach mehrminütiger Fahrt vorbei an geparkten Flugzeugen, Tankwagen und Gepäckschleppern entlang des Flughafenzauns ist die Baustelle direkt neben der Piste 16/34 erreicht.
Gelbe Hinweisschilder «Achtung – Betreten und Befahren verboten» sowie rot-weisse Absperrungen machen deutlich, wie nah man sich diesen maximal nähern darf. Dahinter liegt die sogenannte «protected area». Diese umfasst den Bereich innerhalb von 140 m ab Pistenachse und dort herrscht während des Flugbetriebes absolutes Betretungsverbot. «Arbeiten in diesem Bereich – wie etwa eine von uns noch durchzuführende Spülbohrung unterhalb der Piste 10/28 – dürfen nur mit entsprechender Bewilligung durchgeführt werden. Und lange bevor das erste Flugzeug in der Früh wieder startet oder landet, müssen sämtliches Inventar, Baumaschinen und sonstige Gerätschaften wieder restlos entfernt werden», weiss der MARTY-Polier über die strengen Auflagen vor Ort Bescheid.
Die aktuellen Bauarbeiten finden unmittelbar hinter dieser «protected area» statt. Hier an der «Echo 3 Strasse» sind die Arbeiten am neuen Verregnungsfeld «VUS 23» bereits seit den frühen Morgenstunden im vollen Gange. Und auch hier gibt es strikte Vorgaben: etwa, welche Grösse von Baggern je nach Distanz zu den Pisten verwendet werden darf. Zudem sind gut sichtbare, orange Signalbojen an den Baggerarmen als optische Kennzeichnung zwingend vorgeschrieben.
«Eine Baustelle auf einem Flughafengelände ist zu Beginn sicher etwas Besonderes, die Arbeit selbst aber ist für uns als erfahrenes und eingespieltes Team keine grosse Herausforderung.»
Manuel Brunner, Strassen- und Tiefbauer
Die MARTY-Strassen- und Tiefbauer Manuel Brunner, Noah Gazzarin und Silvan Zwahlen sind gerade damit beschäftigt, ein 6 Meter langes Rohrstück mit Baggerschaufel und Muskelkraft in einen Graben unter den zur Arbeitssicherung angebrachten Spriesselementen einzufädeln. Nach Handzeichen und kurzen Rufen wie «Auf», «Ab», «Langsam» oder «Stopp» folgt das finale «Guat», als das Rohr richtig positioniert ist. Abschliessend steigt Silvan noch auf eine Aluleiter in den angrenzenden, tiefen Betonschacht, um zu kontrollieren, ob das Abwasserrohr zur Montage auch richtig angesetzt ist. «Für das nötige Gefälle von 7 mm auf 100 cm braucht es Fingerspitzengefühl», erklärt Armin. Herausfordernd ist beim Grabenbau zudem der sehr unterschiedliche Grundwasserspiegel zwischen 2 und 4,5 m Tiefe, der Erfahrung bei der Bearbeitung der Kanalsohle sowie der jeweiligen Füllung mit Aushubmaterial und dem richtigen Sickerkies erfordert.
Das schon über Wochen trockene, mitunter sehr heisse Wetter spielt der MARTY-Truppe hingegen in die Karten. Bis auf einen kurzen Starkregen vor ein paar Tagen, der eine Schotterstrasse weggespült und rund 100 m3 zusätzlichen Kies als Sofortmassnahme nötig gemacht hat, ist bisher alles glatt und nach Plan gelaufen. Auch für Manuel, der gerade ein Lasermessgerät vom Materialwagen holt, ist die Arbeit auf dem Flughafen längst Routine: «Eine Baustelle auf einem Flughafengelände ist zu Beginn sicher etwas Besonderes, die Arbeit selbst aber ist für uns als erfahrenes und eingespieltes Team keine grosse Herausforderung. Für mich als jungverheirateten Mann sind nur die Tage unter der Woche fern der Familie etwas hart... », lächelt der MARTY-Mitarbeiter.
In der Zwischenzeit wurde von Tor 130 ein Tieflader abgeholt und mit seiner wertvollen Fracht zur Baustelle eskortiert: einem 16t-Raupendumper, der sich dank seines bodenschonenden Kettenantriebs ideal für die weiteren Grabungsarbeiten entlang der Piste eignet. Nachdem dieser abgeladen ist und der leere Tieflader wieder zur Ausfahrt begleitet worden ist, fährt Armin vorbei an einem weiteren MARTY-Team, das an anderer Stelle gerade schwarze Druckleitungsrohre zusammenschweisst, zum bereits fertiggestellten Retentionsfilterbecken. Die Druckleitungen dorthin sind schon verlegt, es fehlen nur noch letzte Anschlussarbeiten.
«Das lediglich rund 60 cm tiefe Becken wurde von uns an den Rändern um 8 m erweitert und mit verschiedenen Humus- und Kiesfilterschichten speziell neu aufgebaut. Das Abwasser vom Enteisen der Flugzeuge kann schon bald über Druckleitungen hierher gepumpt werden, wo es aufgrund des speziellen Bodenaufbaus dann ausreichend gefiltert und gereinigt versickert», fasst der MARTY-Polier die vor wenigen Wochen erledigten Arbeiten und die zukünftige Funktionsweise kurz zusammen.
«Die MARTY-Mannschaft ist einfach toll. Von der Geschäftsleitung über die Projektleitung bis zu den Arbeitern vor Ort läuft alles top. Alle ziehen voll durch und haben eine super Arbeitseinstellung.»
Armin Fehlmann, Polier
Zurück bei der Baustelle, wo die Grabungs- und Rohrleitungsarbeiten laufen, wartet auf Armin bereits mit Heinz Künzler der Bauleiter vor Ort, der die einzelnen Bauabschnitte und auch die verschiedenen, zum Teil parallel arbeitenden Baufirmen koordiniert. Während die beiden gemeinsam mit MARTY-Vorarbeiter Silvan Details für die Kanalisation besprechen, starten im Hintergrund mittlerweile im Minutentakt die ausgebuchten Ferienflieger in den strahlend blauen Himmel. Auch Armin gönnt sich im Anschluss an die Besprechung eine kurze Kaffeepause im Mannschaftscontainer, der geschickt im Schatten einer hohen Halle platziert worden ist. Neben der Kaffeemaschine ist der Schreibtisch mit unzähligen Plänen der einzelnen Bauabschnitte komplett bedeckt.
Noch ist hier am Flughafen viel zu tun, aber der gelernte Tief- und Strassenbauer zieht bereits ein erstes Zwischenresümee: «Ich bin ja für dieses Projekt das erste Mal und befristet für MARTY tätig. Aber eines kann ich jetzt schon sagen: Die MARTY-Mannschaft ist einfach toll. Von der Geschäftsleitung über die Projektleitung bis zu den Arbeitern vor Ort läuft alles top. Alle ziehen voll durch und haben eine super Arbeitseinstellung. Das habe ich in dieser Art noch kaum vorher erlebt.» – Nicht nur schön, so etwas zu hören, sondern auch wichtige Grundlagen, dass MARTY nicht nur für die noch ausständigen Arbeiten am Flughafen, sondern auch für weitere Spezialaufgaben dieser Art bestens gerüstet ist.
Flughafen Zürich
Bauherrschaft bzw. Auftraggeber: Flughafen Zürich AG
Bauleiter: Heinz Künzler, aquacon Ingenieure GmbH
Projektleiter MARTY: Philipp Heeb
Zeitliche Eckdaten:
- Beginn Arbeiten: 4. Mai 2026
- Voraussichtlicher Abschluss aller Arbeiten: Ende 2026
Umfang:
- Erweiterung des bestehenden Retentionsbeckens auf rund 4400 m2
- Neuaufbau der verschiedenen Humus- und Kiesfilterschichten des Retentionsbeckens
- Neubau von Verregnungsfeld «VUS 23»
- Insgesamt rund 1,7 km Drainageleitungen neu gegraben und gelegt
- Insgesamt rund 4 km Druckleitungen (DN250) neu gegraben und gelegt
- Setzen von 20 Kontrollschächten (Querschnitt 60 cm)
- Setzen von 15 Kontrollschächten (Querschnitt 100 cm)
- Liefern und Versetzen von 5 Schieberschächten (4,5m x 3,5m x 2,5m) Elementbau
- Liefern und Versetzen von 1 Unterstation (8,0m x 4,7m x 3,3m) Elementbau
- Liefern und Montieren vom Innenleben der Schieberschächte (18 Wey-Schieber, Ausbaustücke, Chromstahlleitungen etc.)
- Etwa 350 m lange Spülbohrung unterhalb der Hauptpiste
Eingesetztes Inventar (u.a.):
- 16t-Raupendumper
- 9t-Raupenbagger Menzi 100sa
- 26t-Raupenbagger Case CX 245
- 16t-Raupenbagger Kobelco SK140
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